Interviews

Julia Hausburg schreibt gegen den Alltag an

Manche Bücher liest man nebenbei. Andere ziehen einen so tief hinein, dass plötzlich alles um einen herum leiser wird. Genau diese Geschichten schreibt Julia Hausburg. Zwischen Liebe, Verlust, Spannung und unerwarteten Wendungen entstehen Romane, die nicht geschniegelt perfekt wirken, sondern roh, emotional und nahbar.

Schon als Kind begann sie zu schreiben, erst kleine Gedichte, später ganze Romane. Heute begeistert sie tausende Leser:innen mit Geschichten voller Suspense, emotionaler Intensität und Charakteren, die sich echt anfühlen. Im Interview erzählt Julia Hausburg, warum sie ohne Schreiben nicht leben könnte, weshalb sie Gefühle kompromisslos in ihre Bücher fließen lässt und warum ihre neue Handball-Suspense-Dilogie gerade jetzt den Nerv der Zeit trifft.

Julia Hausburg im Interview

Interview Julia Hausburg

Wann hast du gemerkt, dass du schreiben möchtest und was hat dich dazu gebracht, dranzubleiben?

Ich habe schon in der Grundschule angefangen zu schreiben. Wir sollten damals im Deutsch-Unterricht über ein Elfchen schreiben und meiner Lehrerin hat mein Gedicht so gefallen, dass sie mich überzeugte, es im Elfchen-Wettbewerb unserer Schule einzureichen.

Ich habe ihn gewonnen und danach immer weiter Gedichte und schließlich kurze Geschichten geschrieben, die ich damals noch mit kleinen Zeichnungen am Rand versah. So ging es dann über die Jahre weiter, die Geschichten wurden länger, bis ich als Jugendliche ganze Romane verfasste, mit denen ich mich regelmäßig bei Verlagen bewarb.

Damals war ich natürlich noch viel zu jung für eine Veröffentlichung und es sollte noch ein paar Jahre dauern, bis ich meine erste Zusage bekam. Trotzdem schrieb ich weiter, die Geschichten mussten einfach aus mir raus und die Option, aufzuhören, konnte ich mir gar nicht vorstellen. So ist es bis heute geblieben. Das Schreiben ist einfach ein fester Teil von mir.

Was inspiriert dich aktuell am meisten für deine Geschichten?

Ideen für meine Bücher bekomme ich von überallher. Zum Beispiel aus Songs, wenn ich eine interessante Person sehe oder von einem spannenden Thema höre. In den letzten Jahren hat es mich jedoch am meisten inspiriert, wenn ich selbst ein bestimmtes Buch lesen wollte, es aber einfach nirgendwo gefunden habe.

So ging es mir kürzlich mit Handball. Die deutschen Nationalmannschaften zeigt aktuell bei den internationalen Turnieren eine unglaubliche Leistung, der Sport gewinnt immer mehr an Beliebtheit und die Zuschauer-Quoten gehen hoch. Im Romance-Bereich war er bisher aber kaum vertreten, also habe ich kurzerhand selbst eine Buchreihe darüber geschrieben.

Wie würdest du deinen Schreibstil oder deine Bücher in wenigen Worten beschreiben?

Emotionale Lovestorys gemixt mit spannenden Mordfällen und Plot-Twists, die dich mit offenem Mund zurücklassen werden.

Gibt es Themen oder Emotionen, die sich wie ein roter Faden durch deine Geschichten ziehen?

In meinen Romanen wird man immer eine ordentliche Portion Spannung finden. Ich lese einfach selbst am liebsten Suspense und baue daher immer gerne Plot-Twists ein, selbst in meinen klassischen New Adult-Romanen. Ich möchte, dass meine Leser:innen gefesselt sind, das Buch nicht mehr aus der Hand legen und für ein paar Stunden dem Alltag entfliehen können.

Julia Hausburg macht Spannung emotional gefährlich

Zitat Julia Hausburg

Wie sieht dein typischer Schreibprozess aus – eher geplant oder intuitiv?

Vor dem Schreiben plane ich meine Bücher von Anfang bis Ende durch und halte den Inhalt für den Verlag im sogenannten Exposé fest. Dadurch habe ich ein Gerüst, an dem ich mich entlanghangeln kann und riskiere nicht, mich zu verzetteln.

Das ist insbesondere wichtig, um bei den teils komplexen Mordfällen, die ich in meinen Geschichten konzipiere, nicht den Überblick zu verlieren. Alle kleinen Hinweise und Handlungsstränge müssen am Ende rund sein.

Trotz des genauen Planens bleibt dennoch Raum für spontane, intuitive Szenen und wenn ich beim Schreiben noch gute Ideen habe, ändere ich den Plot auch manchmal noch ab.

Welche Szene oder welcher Moment aus deinen Büchern ist dir besonders im Kopf geblieben und warum?

Ich denke ab und an noch an eine sehr emotionale Szene in meinem ersten Publikumsverlagsbuch „Dark Elite-Revenge“ zurück, in dem der Protagonist seine Zwillingsschwester verloren hat. Als ich das Buch schrieb, war ich in einer schweren Phase meines Lebens und habe all meine Gefühle in den Charakter fließen lassen.

Nach der Veröffentlichung haben mich mehrere Dankes-Nachrichten von Leser:innen erreicht, die ebenfalls jemanden oder tatsächlich sogar die Schwester verloren haben. Zu lesen, dass sie sich noch nie so gesehen und verstanden gefühlt haben, war etwas ganz Besonderes für mich und hat mich tief berührt.

Genau für solche Momente erzähle ich Geschichten.

Ich hoffe, dass sie Menschen erreichen und etwas in ihnen auslösen. Allem voran dienen sie natürlich der Unterhaltung und einer Flucht vor dem Alltag. Aber sie sollen auch Trost spenden oder durch die Augen der Protagonisten zeigen, dass man mit Problemen nicht allein ist, Struggeln okay ist und keiner perfekt ist – auch nicht die Buchcharaktere.

Was sollen Leser:innen fühlen oder mitnehmen, wenn sie dein Buch beendet haben?

Ich hoffe, dass meine Bücher etwas in meinen Leser:innen ausgelöst haben. Dass sie gefesselt waren, gelacht haben, vielleicht sogar die ein oder andere Träne geweint haben. Am Ende der Geschichte hatten sie hoffentlich eine gute Zeit und haben sich unterhalten gefühlt.

Woran arbeitest du gerade und worauf dürfen sich deine Leser:innen als Nächstes freuen?

Ich arbeite gerade am zweiten Band von „Rävholm Academy“, meiner Handball-Suspense-Dilogie, die ab Oktober im HEYNE-Verlag erscheinen wird. Meine Leser:innen können sich auf einen spannenden Mordfall an einer schwedischen Eliteuni und ganz viele Handball-Vibes freuen.

Mehr Spannung, mehr Book-Vibes, mehr Julia Hausburg:

Auf Instagram gibt’s Einblicke in neue Projekte, Schreibchaos und die nächste Portion Suspense.

👉@juliahausburg

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