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Luxusuhren als Vermögen: Was Unternehmerinnen über Wertentwicklung, Bewertung und Verkauf wissen müssen

Wirtschaftspuffer legen Gründerinnen meist in Tagesgeld, Kreditrahmen und Rücklagen auf dem Geschäftskonto an. Die hochwertige Armbanduhr kommt in dieser Rechenkunst selten vor. Dabei ist sie ein Sachwert, der in wenigen Tagen wieder in Zahlungsmittel verwandelt werden kann. Vorausgesetzt, es handelt sich um die richtigen Marken und Modelle und es gelten nachvollziehbare Kriterien für Bewertung und Verkauf. Dieser Beitrag bringt aktuelle Marktdaten in Ordnung, erklärt die Prüfkriterien für den Ankauf und beleuchtet die steuerlichen Regeln in Österreich und Deutschland.

Welche Uhren ihren Wert halten

Der Gebrauchtuhrenmarkt hat eine Korrektur hinter sich. Nach dem Preisboom der Pandemiejahre fielen die Preise 2023 und 2024 jeweils zweistellig. Laut dem Secondary-Market-Report von WatchCharts und Morgan Stanley stiegen sie 2025 wieder um durchschnittlich 4,9 Prozent.

Der Durchschnitt verdeckt allerdings große Unterschiede. Nur Rolex, Patek Philippe und Audemars Piguet werden auf dem Zweitmarkt im Schnitt über dem Listenpreis gehandelt. Patek Philippe erreichte Ende 2025 eine Value Retention von plus 10,7 Prozent, Rolex von plus 6,7 Prozent. Die Kennzahl gibt an, wie weit der Zweitmarktpreis über oder unter dem Neupreis liegt. Bei allen Marken des LVMH-Konzerns sanken die Gebrauchtpreise im selben Jahr um mindestens 4 Prozent.

Für die Praxis heißt das: Eine Uhr eignet sich nur dann als Reserve, wenn ihre konkrete Referenz gefragt ist. Wer den aktuellen Wert eines Modells kennen möchte, kann Preisdatenbanken wie WatchCharts oder Chrono24 heranziehen. Verbindlicher ist eine persönliche Begutachtung, etwa bei einem Fachbetrieb für Uhren Ankauf München, der die Uhr in der Hand hat und nicht nur nach Fotos schätzt.

Nach welchen Kriterien Fachleute eine Uhr bewerten

Nach welchen Kriterien Fachleute eine Uhr bewerten

Seriöse Ankäufer arbeiten mit einem festen Prüfschema. Am Anfang steht die Identifikation: Marke, Referenznummer und Seriennummer verraten Modell und Baujahr. Danach folgt die Prüfung auf Originalität. Ein nachträglich getauschtes Zifferblatt, Austauschzeiger oder ein Werk aus einer anderen Uhr senken den Wert deutlich.

Diese Punkte fließen in die Bewertung ein:

  • Zustand von Gehäuse, Glas und Band: Polierte Gehäuse verlieren oft ihre ursprünglichen Kanten, was Sammler kritisch sehen.
  • Werk und Gangwerte: Eine Zeitwaage misst Gangabweichung und Amplitude und zeigt, ob eine Revision fällig ist.
  • Box, Papiere und Servicebelege: Ein sogenanntes Full Set mit Garantiekarte erzielt in der Regel höhere Preise als die Uhr allein.
  • Material: Bei Golduhren gibt die Punze den Feingehalt an. Die Prägung 750 steht laut Lexikon von Gold & Co für 18 Karat, also einen Goldanteil von 75 Prozent.

Wie stark Dokumentation und Prüfung den Preis beeinflussen, zeigt das Programm Rolex Certified Pre-Owned. Uhren aus diesem Programm erzielten 2025 laut WatchCharts und Morgan Stanley im Schnitt 25,9 Prozent mehr als nicht zertifizierte Exemplare auf dem Zweitmarkt.

Liquidität, Steuern und Risiken

Eine Uhr ist kein Tagesgeld. Zwischen dem Entschluss zum Verkauf und dem Geldeingang liegen Begutachtung, Preisverhandlung und Abwicklung. Ein Direktankauf durch einen Händler lässt sich oft noch vor Ort abschließen, allerdings mit einem Abschlag gegenüber dem Endkundenpreis. Ein Kommissionsverkauf bringt oft mehr, dauert aber, bis sich ein Käufer findet.

Steuerlich gilt in Österreich eine Spekulationsfrist von einem Jahr. Wer eine Uhr innerhalb dieses Zeitraums mit Gewinn verkauft, muss den Gewinn nach § 31 EStG 1988 versteuern, sofern alle Spekulationseinkünfte im Kalenderjahr 440 Euro übersteigen. Bei geerbten oder geschenkten Uhren zählt der Anschaffungszeitpunkt der früheren Besitzerin. In Deutschland regelt § 23 EStG den Fall, dort liegt die Freigrenze laut einer Übersicht von Geiger Edelmetalle seit 2024 bei 1.000 Euro. Für den Einzelfall empfiehlt sich die Rücksprache mit einer Steuerberatung.

Das größte Risiko bleibt der Markt selbst. Nach Angaben des Robb Report sanken die Gebrauchtpreise 13 Quartale in Folge, bevor sie im dritten Quartal 2025 wieder stiegen. Eine Uhr kann eine Reserve ergänzen, ersetzen sollte sie liquide Rücklagen nicht.

So bereiten Unternehmerinnen einen Verkauf vor

Wer eine Uhr als stille Reserve betrachtet, sollte sie auch so verwalten. Das beginnt lange vor dem Verkauf.

  1. Kaufbeleg, Garantiekarte, Box und Servicenachweise an einem Ort aufbewahren und digital abfotografieren.
  2. Referenz- und Seriennummer notieren, damit sich Marktpreise jederzeit nachschlagen lassen.
  3. Den Zweitmarktpreis der eigenen Referenz einmal im Jahr prüfen und mit dem Kaufpreis vergleichen.
  4. Vor einem Verkauf mindestens zwei Angebote einholen, eines davon nach persönlicher Prüfung.
  5. Das Kaufdatum mit der einjährigen Spekulationsfrist abgleichen.

Eine Uhr, die regelmäßig getragen wird, verliert durch Kratzer und fällige Revisionen an Wert. Wer sie als Rücklage plant, muss sich deshalb entscheiden, ob sie Alltagsbegleiter oder Sammlerstück sein soll. Beides zugleich gelingt selten ohne Kompromisse beim Preis.

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