Weibliche Führungspersönlichkeiten steigen nur seltener in die höchsten Positionen auf. Einmal dort angekommen, zeigen sie sich zumeist seltener glücklich und zufrieden als ihre männlichen Kollegen. Das ist das Ergebnis einer Studie und Frauen, die den beruflichen Aufstieg geschafft haben.
Fast ein Drittel ist unzufrieden
Darin gaben lediglich 70 Prozent der Managerinnen an, dass ihre Arbeit im Job gewürdigt würde. Bei Männern liegt dieser Anteil um zehn Prozent höher. Diese Lücke zeigt sich nicht nur bei der allgemeinen Beurteilung der Arbeit, sondern auch in deren Bezahlung. Diese Werte deuten darauf hin, dass Frauen in Führungspositionen weniger Wertschätzung entgegengebracht wird.
Sie stoßen bei ihrem beruflichen Werdegang rasch an eine gläserne Decke. Diese zu durchstoßen gelingt nur wenigen Frauen, entsprechend gering ist ihr Anteil in den Managementebenen. Dies führt in der Folge immer wieder zur Forderung nach einer Quotenregelung.
Höhere Anforderungen als bei Männern
An Frauen werden höhere Anforderungen in ihrer beruflichen Rolle gestellt, das zeigte sich laut Forschern an einem Spagat in Führungspositionen. Sie sollen mindestens die gleiche Durchsetzungskraft und Zielstrebigkeit wie männliche Kollegen einbringen, andererseits aber auch die klassischen weiblichen Eigenschaften wie Rücksichtnahme und Einfühlungsvermögen nicht vermissen lassen.
Sie sollen also beides beherrschen, ohne allerdings weiblichen Stereotypen zu entsprechen. Angesichts dieser Anforderungen ist es daher kein Wunder, wenn sich weibliche Führungskräfte verstärkt unter Druck fühlen.
Frust im Beruf
Das führt zwangsläufig zu mehr Frust im Job. Lediglich 39 Prozent sind laut Studie vollkommen zufrieden mit ihrer beruflichen Aufgabe. Auch in diesem Bereich liegen die Manager voran, sie kommen auf eine Zufriedenheit von immerhin 46 Prozent. Fast zwei Drittel der weiblichen Führungskräfte zeigten sich laut der Befragung nicht mit ihrer Bezahlung zufrieden, angesichts dessen, was sie leisten. Die Chancengleichheit im eigenen Unternehmen kommt dabei auch nicht gut weg. Nur eine knappe Mehrheit von 56 Prozent bewertet diese als gut oder sehr gut.
Hier zeigt sich ein gesellschaftliches Grundproblem. Schließlich sind auch weibliche Führungskräfte nicht von ihren familiären Verpflichtungen entbunden. Sie tragen die Hauptlast in der Care-Arbeit, also für ihre Kinder und ihre Familie. Arbeitgeber sind daher gefordert, dies zu berücksichtigen, vorwiegend dann, wenn es um Abendtermine geht. Geschieht dies nicht, fühlen sich Frauen zunehmend gering geschätzt und weniger gehört als ihre männlichen Kollegen.
Nur wenigen gelingt ein Aufstieg in höchste Sphären
Schließlich gelingt nur wenigen Frauen der Aufstieg an die Spitze von Unternehmen. Persönlichkeiten wie Denis Coates aus Großbritannien gibt es nur wenige. Die Unternehmerin baute sich ein Imperium auf. Ihr Vermögen wird heute auf rund 7 Milliarden Dollar geschätzt. Das Portal bet365 zählt heute zu den Glücksspiel-Branchenführern. Wer heute im Netz beste Online Spielautomaten sucht, stößt schnell auf ihre Firma, die ihr Unabhängigkeit und Einfluss verschafft hat. Dies gelang ihr trotz härtester Konkurrenz durch männliche Gründer und Manager.
Ein Kulturwandel ist nötig
Experten fordern daher, dass sich der Zugang von Unternehmen zu weiblichen Führungskräften ändern müsse. Nur so könne man den ökonomischen Herausforderungen unserer Zeit begegnen. Die Unzufriedenheit der Frauen im Beruf, führe dazu, dass weibliche Führungskräfte öfter den Arbeitgeber wechseln. Sie zu ersetzen, erfordere nicht nur Mehraufwand, sondern auch Kosten. Die Unternehmen sollten daher verstärkt auf Personalgespräche und Feedbackschleifen setzen, um die Zufriedenheit ihrer weiblichen Führungskräfte zu erkunden. Gleichzeitig ist dabei mehr wertschätzende Kommunikation gefragt, denn Frauen achten mehr auf den Tonfall und die von ihren Vorgesetzten empfundene Empathie.
Wenn Unternehmen ihre weiblichen Führungskräfte fördern möchten, dann müssen sie zwangsläufig einen Kulturwandel herbeiführen. Gleichzeitig sind auch die Männer gefordert, ihre Frauen in der Care-Arbeit zu entlasten. Nur wenn sie mehr in Elternteilzeit gehen würden, hätten Frauen jenen zeitlichen Freiraum, den sie benötigen, um sich im Beruf entfalten zu können. Flexiblere Arbeitszeitmodelle könnten ebenfalls dazu beitragen, Frauen im Beruf zu entlasten. Das Mentoring von Talenten in der Firma wäre daneben ebenso hilfreich, wie die frühe Förderung jener Frauen, die sich als zukünftige Führungskräfte präsentieren. Transparente Beförderungsprozesse würden zudem die Akzeptanz im Unternehmen fördern.
Frauen haben bei Beförderungen oft das Nachsehen
Schließlich weiß die Wissenschaft, dass Frauen bei Beförderungen oft das Nachsehen haben. Sie möchten ihre direkten Vorgesetzten nicht vor den Kopf stoßen und setzen eher auf Loyalität, anstatt ihre beruflichen Wünsche zu erfüllen.
Doch die traditionellen Muster bei der Nachbesetzung von Führungsjobs müssen aufgebrochen werden, wenn Frauen mehr Chancen im Berufsleben erhalten sollen. Angesichts anhaltender Krisen neigen viele Unternehmen derzeit dazu, zu traditionellen Mustern zurückzukehren. Das zeigt sich auch im Anteil weiblicher Führungskräfte in den Vorständen. Die größten Unternehmen in Deutschland weisen einen Frauenanteil von unter 20 Prozent auf, dieser Anteil stagniert.
Das gilt auch und vor allem für krisengeschüttelte Konzerne, wie die Autoindustrie. Dabei wäre gerade hier und jetzt ein neuer Managementansatz gefragt. Untersuchungen haben gezeigt, dass Frauen in Management-Positionen eher in der Lage sind, aus eingefahrenen Mustern auszubrechen und neue Ansätze erfolgreich zu wagen.
Die anhaltende Wirtschaftskrise böte daher eine gute Gelegenheit, weiblichen Führungskräften verstärkt eine Chance zu geben, sich und ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.







