Früher waren es düstere Thriller, die Lea Sieg bis zur letzten Seite fesselten. Dann bekam sie „Die Krone der Dunkelheit“ von Laura Kneidl geschenkt und entdeckte eine Leidenschaft, die ihren Lesegeschmack völlig veränderte. Heute schlägt ihr Herz für High Fantasy und Romantasy, für magische Königreiche, gefährliche Abenteuer und Liebesgeschichten, bei denen man die Welt um sich herum vergisst.
Doch ihre Buchliebe hat Lea Sieg längst auch außerhalb der Geschichten einiges beschert. Aus anfänglicher Zurückhaltung wurde ein eigener Bookstagram Account, aus Begegnungen wurden Freundschaften und schließlich durfte sie sogar eigene Büchertische in zwei Thalia Filialen gestalten. Im Interview erzählt sie, welche Bücher sie nicht mehr loslassen, weshalb ihr echte Begeisterung wichtiger ist als perfekte Beiträge und wie viel sich verändern kann, wenn man sich endlich traut, die eigene Leidenschaft zu teilen.
Interview mit Lea Sieg
Wann hast du angefangen zu lesen und wann wurde daraus mehr als nur ein Hobby?
Ich habe als Kind gern die „Hexe Lillie“ Bücher gelesen. Aber damals war es noch sehr wenig im Gegensatz zu heute. Ungefähr 2019 hat sich privat bei mir viel verändert und ein sehr interessanter Fitzek hat mich wieder zum Lesen gebracht. Danach habe ich immer mehr Thriller gelesen und später auch andere Genres.
Gibt es ein Buch, das dich besonders geprägt hat oder dich „in die Bücherwelt gezogen“ hat?
Als ich von einer Bekannten das Buch „Die Krone der Dunkelheit“ von Laura Kneidl geschenkt bekam (mein erster Fantasy Roman) hat es bei mir die Liebe zum Lesen geweckt. Ich habe immer mehr gekauft und immer mehr gelesen. Dieses Buch hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen.
Wie wählst du deine Bücher aus – eher spontan wegen Cover, Klappentext oder Empfehlungen?
Gute Frage. Natürlich zieht ein schönes Cover die Aufmerksamkeit an, jedoch suche ich meine Bücher immer nach dem Klappentext aus. Das Buch kann den schönsten Farbschnitt und das schönste Cover haben – wenn der Klappentext mich nicht catcht kaufe ich es nicht.
Es gibt auch viele Bücher, bei denen mir das Cover gar nicht gefallen hat und der Klappentext so interessant war, dass ich es unbedingt haben musste. Und es war toll! Die Rede ist von „Das Reich der Sieben Höfe“ von Sarah J. Maas. Ein Meisterwerk! Das Cover gefällt mir jedoch gar nicht. 🫣
Welche Genres oder Themen ziehen dich immer wieder an? Gibt es auch Dinge, die du bewusst meidest?
Ich liebe vor allem High Fantasy und Romantasy Bücher. Man kann dem Alltag komplett entfliehen und taucht in magische Königreiche ein. Alles rund um Drachen, Fabelwesen und märchenhafte Welten zieht mich magisch an.
Mittlerweile meide ich Thriller. Es ist einfach nicht mehr meins. Außerdem habe ich in dem Bereich schon sehr viel gelesen und brauche was Neues.
Liest du jedes Buch bis zum Ende oder brichst du auch mal eines ab? Wenn ja, wann entscheidest du das?
Anfangs habe ich jedes Buch zu Ende gelesen, aber seit Anfang des Jahres breche ich Bücher ab, wenn sie mir wirklich gar nicht gefallen.
Es gibt so viele tolle Geschichten, wieso sollte ich meine Zeit in einer Geschichte verbringen, die mir nicht wirklich gefällt? Aber ich gebe jedem Buch eine faire Chance und würde jetzt nicht nach 20-30 Seiten aufhören.
Lea Sieg macht Buchliebe zur Gemeinschaft
Welche Autor:innen hast du zuletzt neu entdeckt und was begeistert dich an ihnen?
Zuletzt habe ich Rachel Greenlaw entdeckt. Ich habe das Buch „The Ordeals“ von ihr gelesen und war überwältigt!
Sie hat es geschafft, die Spannung bis zur letzten Seite aufrechtzuerhalten
und ich kann, seitdem ich das Buch beendet habe, an nichts anderes als an die Fortsetzung denken.
Wie und warum hast du deinen Bookstagram- oder BookTok-Account gestartet?
Meine gute Freundin Bianca (@biancas.buecherwelt) hat seit Jahren einen Bookstagram-Account und ich habe mich nie getraut, einen eigenen zu starten. Sie war zu Beginn meine Inspiration!
Als ich im August 2025 mit meiner guten Freundin Alessa (@metalheadchapters) bei einem Sommerfest vom Drachenmondverlag war, kam die Idee auf, einen Instagram Account zu starten. Ich bin den beiden Mädels, die mich dazu bestärkt haben, unendlich dankbar.
Wie hat BookTok oder Bookstagram deine eigenen Lesegewohnheiten verändert?
Bookstagram hat mein Leben insofern verändert, dass ich viele neue Leute kennenlernen durfte und ein Hobby habe, dem ich mit Herzblut nachgehe.
Ich hatte so viele Erfolgserlebnisse! Ich durfte so viele tolle Autor:innen und Blogger:innen treffen. Bisher durfte ich in zwei Thalia Filialen einen Bloggertisch gestalten und Bücher empfehlen. Das ganze wäre ohne Bookstagram niemals passiert. Ich wurde bereits in Buchhandlungen angesprochen und erkannt.
Das war super komisch für mich, aber dadurch habe ich die tollsten Gespräche geführt! Ich würde auch sagen, dass 95 % meiner Freundschaften durch das gemeinsame Hobby entstanden sind. Wenn man etwas hat, was verbindet, hat man auch immer Gespräche und Redebedarf.
Natürlich gibt es auch negative Seiten. Dazu hat die Autorin Isabelle Herzog jüngst eine Buchreihe verfasst: Bookish Game, Bookish Fame und Bookish Shame.
Was macht für dich einen Account wirklich interessant – was bringt dich dazu, jemandem zu folgen?
Mich überzeugt vor allem Kreativität. Wenn ich sehe, dass die Person sich wirklich Mühe gibt, Bücher zu empfehlen und schön in Szene zu setzen, folge ich ihr sehr gerne.
Wenn ich sehe, dass die Beiträge mit Liebe verfasst werden und die Person sich richtig Mühe gibt, möchte ich mehr sehen und bleibe gerne da. Es muss nicht ästhetisch oder perfekt sein. Einfach herzlich und liebevoll gestaltet.
Was bringt dich dazu, ein Buch sofort kaufen oder lesen zu wollen?
Wenn ich die Tropes „Enemies to Lovers“ oder „Forced Proximity“ lese, bin ich direkt hellhörig! Wenn man mir dann noch Spannung und ein magisches Worldbuilding verspricht, renne ich sofort zu meiner Buchhandlung des Vertrauens!
Was überzeugt dich, ein Buch aktiv weiterzuempfehlen oder darüber Content zu machen?
Nehmen wir als Beispiel das Buch „The Ordeals“: Ich habe es gelesen und war ab Seite 50 zirka total in der Geschichte gefangen. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Es war so toll, dass ich heute noch (wie man sieht) immer wieder daran denken muss.
Wenn mich ein Buch so dermaßen umhaut und überzeugt, würde ich mir wünschen, dass mehr Leute es lesen. Vor allem liebe ich den Austausch auf den sozialen Medien. Es ist so toll, sich mit jemandem über ein Buch zu unterhalten!

© Jose Alba Fotos
Welche Art von Kooperationen mit Autor:innen oder Verlagen findest du spannend und welche eher nicht?
Bisher durfte ich ein paar tolle Bücher als Rezensionsexemplare lesen. Besonders liebe ich Blogtouren zu Büchern. Momentan darf ich die Autorin Lea Kreuzer bei dem Release ihres Buches „Haunted Nights“ unterstützen.
Dafür gibt es bis zum Release hin immer mehr Infos rund um das Buch. Es macht super viel Spaß, die Spannung aufzubauen und die Neugierde der Leser:innen zu wecken.
Wir Blogger:innen dürfen vorab Infos und Inhalte des Buches veröffentlichen und versuchen damit, Leser:innen von dem Buch zu überzeugen. Dabei dürfen wir unserer Kreativität freien Lauf lassen.
Weniger interessant sind für mich Kooperationen, die nicht direkt etwas mit Büchern zu tun haben, wie z.B. Schmuck oder Ähnliches.
Welche Tipps würdest du angehenden Bookstagrammer:innen oder BookTok-Creators geben?
Wenn ich einen Tipp geben dürfte, würde ich sagen: versucht nicht alles ästhetisch oder perfekt aussehen zu lassen und postet einfach darauf los.
Es klingt banal, aber ich habe mir in der ersten Woche so den Kopf zerbrochen, ob meine Bilder ästhetisch und schön genug sind, sodass ich am Ende gar nicht gepostet habe. Einfach starten!
Was ist der ungewöhnlichste Ort, an dem du jemals gelesen hast?
Ungewöhnliche Orte zum Lesen gibt es bei mir tatsächlich nicht. Ich nehme mein Buch überall mit hin. Ob im Auto, beim Arzt, im Wald nach einem Spaziergang… oder auf Toilette! 😅
Wenn du selbst ein Buch schreiben würdest – worum würde es gehen?
Wenn ich selbst ein Buch schreiben würde, würde es in die Fantasy-Richtung gehen mit einer geheimnisvollen Prophezeiung. Wir lesen ja öfter, dass Menschen in magische Welten gelangen. Was wäre, wenn es andersherum wäre?
Eine Fae Prinzessin liest ein Buch über Menschen und gelangt dadurch in die Menschenwelt! Wäre das was? Ich glaube das Schreiben überlasse ich lieber den Autor:innen! 😅
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