Interviews

Bianca Egerter liest für echte Buchmagie

Manchmal fehlt nicht das nächste Buch, sondern jemand, der danach genauso dringend darüber reden will. Bianca Egerter kannte lange niemanden, mit dem sie ihre Leseliebe wirklich teilen konnte. Dann fand sie Bookstagram und später BookTok und aus stillen Lesemomenten wurde eine Community, in der Romantasy, New Adult, Hype Bücher und persönliche Empfehlungen plötzlich einen Platz bekamen.

Besonders Sarah J. Maas, Julia Dippel und Lena Kiefer haben bei ihr Spuren hinterlassen. Bianca Egerter liebt Geschichten, die knistern, mitreißen und kleine Welten öffnen, in die man sofort wieder eintauchen möchte. Im Interview erzählt sie, weshalb Cover und Empfehlungen sie verführen, warum Bookstagram manchmal Druck macht und weshalb echter Content am Ende nicht perfekt sein muss, sondern persönlich.

Interview mit Bianca Egerter

Interview Bianca Egerter

Wann hast du angefangen zu lesen und wann wurde daraus mehr als nur ein Hobby?

Gelesen habe ich schon als kleines Kind mit meiner Mama zusammen. Wir haben uns gegenseitig vorgelesen und ich bin dabei schon damals in ganz unterschiedliche Welten eingetaucht.

Zur Abizeit habe ich dann eigentlich fast gar nichts mehr gelesen. Schule, Freunde und andere Hobbys waren einfach wichtiger. Erst als ich mit dem Studium angefangen habe, habe ich das Lesen wieder für mich entdeckt und angefangen, regelmäßig und aktiv zu lesen.

Kurz danach bin ich dann auch bei Bookstagram gelandet. Ich kannte damals niemanden, mit dem ich so richtig über meine Bücher und all die Geschichten reden konnte. Durch Bookstagram bin ich dann in die Buchbubble gekommen und habe dort so viele tolle Menschen gefunden, mit denen ich meine Liebe zu Büchern teilen kann. Und ich liebe es bis heute sehr, Teil dieser Community zu sein.

Gibt es ein Buch, das dich besonders geprägt hat oder dich „in die Bücherwelt gezogen“ hat?

So richtig geprägt haben mich vor allem die Bücher von Sarah J. Maas. Ich denke noch heute so oft an ihre Geschichten zurück und liebe es, in ihre Welten einzutauchen. Besonders Throne of Glass ist dabei meine absolute Lieblingsreihe. Ich konnte die Bücher einfach nicht aus der Hand legen und freue mich jetzt schon darauf, die Reihe bald noch einmal zu re-readen.

Aber auch die Bücher von Julia Dippel lösen jedes Mal so viele tolle Gefühle in mir aus. Sie sind emotional, lustig und gleichzeitig einfach so spannend, dass ich ihre Bücher meistens total schnell weglese. Irgendwie macht es jedes Mal einfach Spaß, in ihre Geschichten einzutauchen.

Vor allem Romantasy erobert mein Herz immer wieder aufs Neue. Wenn ich aber noch ein Romance-Buch nennen müsste, wäre es definitiv Royal Heist von Lena Kiefer. Ich unterschätze ihre Bücher irgendwie jedes Mal aufs Neue und sobald ich dann angefangen habe zu lesen, kann ich einfach nicht mehr aufhören. Und diese Cliffhanger am Ende? Die machen mich wirklich jedes Mal fertig.

Wie wählst du deine Bücher aus – eher spontan wegen Cover, Klappentext oder Empfehlungen?

Vor allem nach dem Cover und nach Empfehlungen. Ich lese mir aber eigentlich immer auch den Klappentext durch.

Meine Buchkäufe sind meistens ziemlich gut geplant und ich überlege oft länger, ob ich ein Buch wirklich lesen möchte oder nicht. Ich kaufe also nicht einfach jedes Buch, das mir gefällt … naja, zumindest meistens.

Ich mache mir sogar eine Reading List mit meinen nächsten Reads und schiebe meine Bücher dann trotzdem immer wieder hin und her. Ich würde wirklich gerne mal ein TBR-Video drehen, aber ich weiß jetzt schon, dass ich mich absolut nicht daran halten würde.

#MoodReader

Welche Genres oder Themen ziehen dich immer wieder an? Gibt es auch Dinge, die du bewusst meidest?

Romantasy und New Adult ziehen mich einfach immer an! Vor allem Romantasy ist mein absolutes Lieblingsgenre, aber aktuell freue ich mich auch total auf die ganzen Herbstromance-Bücher.

Bei den Tropes kann ich mich auch nur schwer entscheiden, aber Enemies-to-Lovers, Forced Proximity und Fake Dating lese ich unglaublich gerne. Die können mich einfach jedes Mal packen und ich bin sofort mitten in der Geschichte.

Ich liebe es einfach, wenn es ordentlich knistert und die beiden Charaktere sich am Anfang am liebsten gegenseitig umbringen würden.

Bianca Egerter folgt ihrem Lesefieber

Zitat Bianca Egerter

Wie und warum hast du deinen Bookstagram- oder BookTok-Account gestartet?

In meinem Freundeskreis hatte ich niemanden, der wirklich gelesen hat oder mit dem ich mich über Bücher austauschen konnte. Und genau das hat mir extrem gefehlt.

Deshalb habe ich irgendwann meinen Bookstagram-Account gegründet und später dann auch noch mit BookTok angefangen. Seitdem macht es mir unglaublich viel Spaß, mich mit meiner Community über Bücher auszutauschen, Meinungen zu teilen und gemeinsam über neue Geschichten zu schwärmen oder auch mal zu diskutieren.

Ich liebe es einfach, Teil dieser Buchbubble zu sein.

Es ist eine unglaublich tolle Gemeinschaft und ich bin jedes Mal wieder froh, dass ich durch meine Accounts so viele Menschen gefunden habe, die meine Liebe zu Büchern genauso sehr teilen.

Wie hat BookTok oder Bookstagram deine eigenen Lesegewohnheiten verändert?

Mein Leseverhalten hat sich durch Bookstagram auf jeden Fall verändert. Man macht sich schon mehr Druck und fragt sich, wie viele Bücher man eigentlich gelesen hat. Gleichzeitig möchte man natürlich auch immer das neueste Hype-Buch lesen, um guten Content zu haben.

Man nimmt vielleicht auch mal ein Rezensionsexemplar an, obwohl man eigentlich gar nicht die Zeit dafür hat. Genau daran arbeite ich aber gerade und versuche, mehr auf mich selbst zu hören und nicht das Gefühl zu haben, immer irgendetwas lesen oder posten zu müssen.

Ich hatte erst meine Prüfungsphase und habe in dieser Zeit weder Videos gedreht, noch gepostet oder überhaupt gelesen und das ist vollkommen okay! Es ist einfach ein Prozess und ich lerne immer noch, meinen Account als Hobby zu sehen und mir selbst nicht zu viel Druck zu machen.

Gleichzeitig hat Bookstagram aber auch unglaublich viele positive Seiten für mein Leseverhalten. Ich habe dadurch schon so viele tolle neue Bücher und Autor:innen entdeckt, auf die ich sonst wahrscheinlich nie aufmerksam geworden wäre. Und dafür bin ich wirklich sehr dankbar.

Welche Art von Kooperationen mit Autor:innen oder Verlagen findest du spannend und welche eher nicht?

Ich finde Kooperationen immer spannend, wenn sie zu mir und meinem Account passen. Wenn ich ein Buch oder ein Produkt nicht wirklich toll finde, würde ich auch keine Kooperation eingehen. Für mich ist Bookstagram nämlich immer noch ein Hobby und genau das möchte ich mir auch bewahren.

Vor allem der LYX Verlag finde ich super spannend, weil ich bisher so viele tolle Bücher aus dem Verlag gelesen habe und auch den Merch einfach liebe. Ich war erst im Café deLYX und habe natürlich direkt den kompletten Merch gekauft… upsii. Für mich wäre es wirklich ein kleiner Traum, regelmäßig als Bloggerin für den LYX Verlag dabei sein zu dürfen.

Aber auch andere Verlage, wie zum Beispiel der Cove Verlag, haben so unglaublich tolle Bücher, die ich total gerne lese. Deshalb würde ich mich auch sehr freuen, irgendwann Teil eines solchen Bloggerteams sein zu dürfen.

Es gibt aber natürlich noch viele weitere Verlage, die ich super gerne mag und für die ich unglaublich gerne bloggen würde. Ich bin da eigentlich offen und freue mich immer, neue Bücher und Verlage kennenzulernen.

Was mich außerdem total interessieren würde, wäre Bookmerch! Ich liebe die Sachen von Lovingbookscandle, Readers and Dreamers und Wrappedinpages. Die Shops haben einfach so wunderschöne Sachen und gerade solche Kooperationen würden perfekt zu meinem Account und meiner Liebe zu Büchern passen.

Es gibt einfach so viele tolle Möglichkeiten und Kooperationen, über die ich mich riesig freuen würde.

Welche Tipps würdest du angehenden Bookstagrammer:innen oder BookTok-Creators geben?

Ich würde mich ehrlich gesagt gar nicht unbedingt in der Position sehen, anderen Tipps zu geben, weil ich Bookstagram selbst nur als Hobby mache und auch nicht wirklich groß bin.

Wenn ich aber etwas mitgeben müsste, dann wäre es vor allem: Seid einfach ihr selbst! Ich glaube, wenn man ehrlich ist und sich nicht verstellt, entsteht automatisch der beste und vor allem authentischste Content.

Natürlich kann man sich Inspiration bei anderen holen und auch mal eine Idee übernehmen, dann sollte man aber auch Credits geben. Trotzdem finde ich, dass die eigenen Ideen meistens am besten funktionieren. Wenn man etwas so umsetzt, wie man es selbst im Kopf hat, seine eigene Meinung sagt und einfach seine Persönlichkeit zeigt, kommt das am authentischsten rüber.

Man muss nicht versuchen, jemand anderes zu sein oder den perfekten Bookstagram-Account zu haben. Zeigt einfach euch selbst und das, was euch Spaß macht. Genau diese Persönlichkeit macht einen Account am Ende besonders und sorgt dafür, dass die Follower auch wirklich bleiben.


Mehr von Bianca Egerter gibt es auf Instagram und TikTok mit Romantasy, New Adult und echter Buchliebe.

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