Manche Autorinnen wissen schon als Kind, dass sie schreiben wollen. Bei Stefanie Hasse war es anders. Erst als ihr im Urlaub der Lesestoff ausging, begann ihre Fantasie plötzlich selbst Geschichten zu bauen. Aus diesem Moment entstand nicht nur eine erste Idee, sondern der Start in ein Autorinnenleben mit mehr als dreissig Büchern.
Ihre Romane verbinden Liebe, Action, klare Sprache und Spannung mit genau dem Versprechen, das viele Leser suchen: Am Ende darf es gut werden. Im Interview erzählt Stefanie Hasse, warum selbst ihre Thriller nicht ohne Lovestory auskommen, weshalb sie ihre Bücher akribisch plant und warum ein Happy End nach allem Drama manchmal genau das ist, was eine Geschichte braucht.
Interview mit Stefanie Hasse

© Selina Marie Photography
Wann hast du gemerkt, dass du schreiben möchtest und was hat dich dazu gebracht, dranzubleiben?
Meine Geschichte ist etwas unkonventionell und ich erzähle sie immer wieder gerne, um allen aufzuzeigen, dass man nicht „schon immer Autorin“ werden wollte.
Ich habe zwar – wie die meisten von uns – schon immer Bücher verschlungen und sehr viel gelesen, aber nie daran gedacht, selbst Geschichten zu erfinden. Bis zu jenem Urlaub vor inzwischen über zehn Jahren.
Ich habe einen kompletten Koffer Bücher mitgenommen und doch sind sie mir ausgegangen.
Als ich selbst die mitgebrachten Bücher einer Urlaubsbekanntschaft durch hatte, lief meine eigene Fantasie auf Hochtouren und die Idee meiner „Kinder des Mondes“ war geboren. Die ersten Seiten entstanden sogar noch direkt vor Ort (aber natürlich blieb davon nach dem Lektorat nichts mehr übrig).
Ich blieb auch nach dem Urlaub eisern dran und habe jeden Mittagsschlaf des Kleinen (ich war zu der Zeit im Erziehungsurlaub) ausgenutzt, um weiterzuschreiben. Die erste Idee aus dem Urlaub wuchs zur Trilogie heran, die ich zunächst im Selfpublishing veröffentlicht habe.
Später wurde sie von Carlsen/Impress übernommen und war der Startschuss für viele Titel, die dort folgten. Es ist also nie zu spät, mit dem Schreiben anzufangen.
Was inspiriert dich aktuell am meisten für deine Geschichten?
Die Inspiration kommt immer aus den unterschiedlichsten Ecken. Ich hatte schon Ideen bei Facebook-Posts (ja, ist eine Weile her), bei einzelnen Songzeilen oder wenn ich ein Foto gesehen habe, das etwas in mir auslöst.
Aus diesen ersten Inspirationen kann mehr werden – muss es aber nicht. Zu einem ganzen Buch wird ein Inspirationsfunke erst, wenn noch einige andere Dinge dazukommen wie passende Figuren und genug Konfliktpotenzial.
Wie würdest du deinen Schreibstil oder deine Bücher in wenigen Worten beschreiben?
Ich liebe Action und Spannung, daher haben auch meine „Romance“-Titel schon immer einen Spannungsplot, der nebenbei läuft oder sogar gleichberechtigt zum romantischen Anteil ist. Was den Schreibstil angeht, stehe ich auf Klarheit und lasse alles Unnötige weg. Daher bin ich sehr froh über meine Lektorin, die den Kommentar „Etwas mehr Infos zur Umgebung bitte“ vermutlich im Shortcut hat.
Stefanie Hasse schenkt Geschichten ein Happy End

© Selina Marie Photography
Gibt es Themen oder Emotionen, die sich wie ein roter Faden durch deine Geschichten ziehen?
Die Liebe. Selbst in meinen Thrillern ist immer eine Liebesgeschichte dabei. Wenn ich lese und es kommt keine Lovestory darin vor, fehlt mir etwas Essentielles.
Daher wird es vermutlich immer einen – wenn auch noch so dünnen – Faden an romantischen Entwicklungen (oder Nicht-Entwicklungen) geben.
Wie sieht dein typischer Schreibprozess aus – eher geplant oder intuitiv?
Ich bin absolute Planerin. Neben einem ersten groben Inhalt, um abzuwägen, ob die Geschichte für mich genug Potenzial hat, gehe ich in die detaillierte Planung.
Die Exposés, die meine Agentin erhält, sind meist an die 20 Seiten lang (keine Normseiten!) und haben bereits sämtliche Plotpunkte von Haupt- und Nebenplot inkludiert. Bevor ich dann mit dem Schreiben beginne, erarbeite ich daraus einen Kapitelplan, dem ich dann zu 95% folge.
Welche Szene oder welcher Moment aus deinen Büchern ist dir besonders im Kopf geblieben und warum?
Nach über dreißig Büchern gibt es da so einige. Meine liebsten Szenen sind immer diejenigen, auf die ich schon vor Beginn des Manuskripts hinarbeite, meine „Sehnsuchtsszenen“ – das können Plotpoints sein, aber auch der fiese Cliffhanger als Midpoint des übergreifenden Gesamtplots einer Dilogie oder Reihe.
Was sollen Leser:innen fühlen oder mitnehmen, wenn sie dein Buch beendet haben?
Sie sollen sich gut fühlen. Sie sollen wissen, dass – egal wie schwer der Weg war und wie viele Komplikationen es gibt – am Ende immer alles gut wird. In Kürze erscheint der Abschluss meiner aktuellen Fantasy-Dilogie und in „My Cursed Soul“ müssen die Lesenden mit den Hauptfiguren so einiges ertragen.
Aber bei mir gibt es Happy End-Garantie und nach all dem Leid hoffe ich, dass mein Buch am Ende zufrieden zugeklappt wird. Ich selbst brauche solche Enden (zumindest am Ende einer Reihe, Cliffhanger dazwischen liebe.
Woran arbeitest du gerade und worauf dürfen sich deine Leser:innen als Nächstes freuen?
Aktuell plane ich die Neuveröffentlichung meines ersten realistischen Titels (Secret Game), schreibe parallel an einem noch geheimen Projekt und arbeite verschiedenen Ideen aus.
Es gibt immer mehrere Projekte in unterschiedlichen Stadien (Idee/in Ausarbeitung/Exposé/Lektorat/Fahne), während ich aber im Gegensatz zu vielen Kolleg:innen immer nur ein einziges Manuskript schreibe.
Über Stefanie Hasse
Stefanie Hasse ist Autorin von zahlreichen Büchern und verbindet in ihren Geschichten Spannung, Romance und grosse Gefühle. Ihre Romane entstehen mit viel Planung, klarer Sprache und dem festen Versprechen, dass nach allem Drama am Ende ein Happy End wartet. Mehr zu ihren Büchern, aktuellen Projekten und Neuigkeiten gibt es auf ihrer Homepage sowie auf Instagram.





