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Carolin Hörning und die Kunst, leistungsstark zu bleiben ohne sich selbst zu verlieren

Carolin Hörning kennt Leistungsdruck nicht aus der Theorie, sondern aus eigener Erfahrung. Als Mentaltrainerin, Life- und Business Coach sowie aktive Leistungssportlerin begleitet sie ambitionierte Sportlerinnen und leistungsstarke Frauen, die nach außen funktionieren und innerlich merken, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Im Interview spricht Carolin Hörning darüber, warum permanentes Funktionieren langfristig mentale Stabilität kostet, wie Ehrgeiz kippen kann und weshalb echte Leistungsfähigkeit immer Menschlichkeit braucht. Ein Gespräch über mentale Stärke, Selbstwert jenseits von Leistung und darüber, wie Frauen ambitioniert bleiben können ohne sich selbst zu verlieren.

Im Interview mit Carolin Hörning

Interview Carolin Hörning

Was richtet permanentes Funktionieren langfristig im Inneren an?

Permanentes Funktionieren ist im Leistungssport fast schon Normalität. Trainingspläne einhalten, Erwartungen erfüllen, Ziele verfolgen und Verantwortung übernehmen. Nach außen wirkt man belastbar und diszipliniert, innerlich wird es jedoch oft still.

Ich erlebe das sehr häufig bei ambitionierten Sportlerinnen und kenne es auch aus eigener Erfahrung. Man lernt früh, über Signale hinwegzugehen: Müdigkeit, Zweifel oder innere Anspannung werden als „Teil des Spiels“ akzeptiert. Funktionieren wird zur Gewohnheit.

Langfristig führt das dazu, dass die Verbindung zu sich selbst schwächer wird. Viele Sportlerinnen beschreiben ein Gefühl von innerer Leere, eine ständige Grundanspannung oder den Moment, in dem sie sich fragen, warum sich Erfolge nicht mehr wirklich gut anfühlen – obwohl objektiv alles stimmt.

Das Problem ist nicht der Ehrgeiz oder die Leistungsbereitschaft. Kritisch wird es, wenn der eigene Wert nur noch über Leistung definiert wird. Dann geht mentale Stabilität verloren und genau dort beginnt oft der schleichende Leistungsabfall, sowohl mental als auch körperlich.

Warum fühlen sich viele leistungsstarke Frauen trotz Erfolg nicht genug?

Viele leistungsstarke Frauen haben früh gelernt, sich über Leistung zu definieren. Erfolg wird dabei schnell zur Normalität – nicht zum Genussmoment, sondern zur Erwartung. Was gestern noch ein Ziel war, ist heute der neue Standard. Anerkennung kommt oft von außen, innerlich wird sie jedoch kaum noch wahrgenommen.

Gerade im Sport, aber auch im Berufsleben entsteht dadurch ein innerer Maßstab, der ständig nach oben rutscht. Fehler werden stärker gewichtet als Erfolge, Fortschritte relativiert und der Fokus liegt häufig auf dem, was noch nicht reicht. Dieses Denken kann sehr leistungsfördernd wirken – kippt aber, wenn Selbstwert und Leistung untrennbar miteinander verbunden sind.

Hinzu kommt, dass viele Frauen extrem verantwortungsbewusst sind. Sie wollen niemanden enttäuschen, funktionieren zuverlässig und stellen die eigenen Bedürfnisse hinten an. Das führt dazu, dass sie zwar objektiv erfolgreich sind, sich innerlich aber nie „fertig“, nie gut genug fühlen.

Mentale Stärke bedeutet hier nicht, noch härter mit sich zu sein, sondern den eigenen Wert von der reinen Leistung zu entkoppeln. Erst wenn Erfolg auch innerlich ankommen darf, entsteht echte Stabilität und genau das ist die Basis für langfristige Leistungsfähigkeit.

Woran erkennt man, dass Ehrgeiz kippt und gegen einen selbst arbeitet?

Ehrgeiz ist eine großartige Triebfeder – aber er kann kippen, wenn er nicht mehr dem eigenen Wachstum dient, sondern Druck erzeugt. Im Sport merke ich das oft daran, dass die Freude am Training oder an Wettkämpfen abnimmt. Früher inspirierende Herausforderungen fühlen sich plötzlich wie Pflicht an, und jeder kleine Fehler löst übermäßige Selbstkritik aus.

Ein weiteres Warnsignal ist die ständige innere Anspannung. Wenn Pausen oder Erholung Schuldgefühle auslösen, zeigt das, dass der Ehrgeiz die Kontrolle übernommen hat. Auch körperliche Signale wie Müdigkeit, Spannung oder Schlafprobleme sind oft erste Hinweise darauf, dass der Ehrgeiz gegen einen selbst arbeitet.

Mentale Stärke bedeutet hier, diese Signale ernst zu nehmen und bewusst dagegen zu steuern. Ehrgeiz bleibt wichtig, aber nur, wenn er von Klarheit, Selbstreflexion und Selbstfürsorge begleitet wird. Wer lernt, Prioritäten zu setzen und eigene Grenzen zu respektieren, kann ambitioniert bleiben, ohne sich selbst zu verlieren und das gilt sowohl für Sportlerinnen als auch für Frauen in leistungsintensiven Berufen.

Carolin Hörning: Leistung ohne Selbstverlust

Zitat Carolin Hörning

Was unterscheidet mentale Stärke von bloßem Durchhalten?

Durchhalten bedeutet, einfach weiterzumachen – egal wie müde, erschöpft oder frustriert man ist. Mentale Stärke geht darüber hinaus: Sie bedeutet, bewusst Entscheidungen zu treffen, sich selbst zu steuern und die Kontrolle über Gedanken und Emotionen zu behalten.

Im Leistungssport merke ich den Unterschied täglich. Wer nur durchhält, verbraucht Energie, verliert den Fokus und riskiert, langfristig zu erschöpfen. Wer mentale Stärke entwickelt, bleibt fokussiert, erkennt eigene Grenzen und kann trotz Druck Leistung abrufen.

Mentale Stärke bedeutet auch, die Balance zu halten: Ziele klar im Blick zu haben, sich selbst aber genauso gut zu kennen. Es geht darum, Belastung und Erholung bewusst zu steuern, sich nicht von äußeren Erwartungen treiben zu lassen und bewusst Pausen einzulegen, wenn sie nötig sind.

Gerade für leistungsstarke Frauen ist das entscheidend – wer nur durchhält, verliert sich selbst, wer mentale Stärke aufbaut, bleibt leistungsfähig, ohne sich selbst aufzugeben.

Warum braucht echte Leistungsfähigkeit mehr Menschlichkeit?

Echte Leistungsfähigkeit entsteht nicht nur durch Disziplin, Durchhaltevermögen und Ehrgeiz – sie braucht auch Menschlichkeit. Im Leistungssport, wie auch im Berufsleben, bedeutet das, sich selbst und andere mit Respekt zu behandeln, Bedürfnisse wahrzunehmen und Grenzen zu akzeptieren.

Wer nur auf Leistung fokussiert ist, riskiert langfristig Überlastung, Konflikte und innere Erschöpfung.

Menschlichkeit heißt, sich selbst Pausen zu gönnen, Erfolge anzuerkennen und auch mal Fehler zuzulassen. Für Sportlerinnen bedeutet das, auf den eigenen Körper zu hören, auf Signale zu achten und die Balance zwischen Training, Wettkampf und Erholung zu finden.

Für Frauen in Führungspositionen oder leistungsintensiven Berufen gilt dasselbe: Wer seine eigenen Grenzen kennt und respektiert, kann nachhaltig Leistung bringen, andere inspirieren und langfristig stabil bleiben.

Kurz gesagt: Wer nur funktioniert, kann kurzfristig Leistung bringen, aber echte Leistungsfähigkeit entsteht erst, wenn man Menschlichkeit und Selbstfürsorge integriert. Dann wird Leistung nicht zum Selbstzweck, sondern zu einer Kraftquelle – sowohl für sich selbst als auch für das Umfeld.

Wie können Frauen mit Ihnen in Kontakt treten, wenn sie mentale Stabilität ohne Selbstverlust suchen?

Wer mentale Stabilität aufbauen möchte, ohne sich selbst aufzugeben, kann sich direkt an mich wenden – persönlich, vertraulich und praxisnah. Ich arbeite sowohl mit ambitionierten Sportlerinnen als auch mit Frauen in leistungsintensiven Berufen daran, den eigenen Fokus zu stärken, Stress zu managen und klare Prioritäten zu setzen.

Ein einfacher Weg ist, sich über meine Website einen Termin für ein kurzes Infogespräch zu buchen. So können Interessierte ganz unverbindlich herausfinden, ob meine Unterstützung zu ihnen passt und welche Schritte sinnvoll sind.

  • Website
  • Instagram: carolin_hoerning-coaching

Über Carolin Hörning

Carolin Hörning ist Life und Business Coach sowie Mentaltrainerin. Sie begleitet ambitionierte Sportlerinnen und leistungsstarke Frauen dabei, mentale Stärke aufzubauen, Ziele klar zu verfolgen und dabei authentisch bei sich zu bleiben.

Durch ihre langjährige Tätigkeit als Geschäftsführerin zweier Unternehmen bringt sie fundierte Erfahrung in Führung, Verantwortung und Organisation mit. Parallel ist sie seit über 20 Jahren im internationalen Reitsport aktiv und aktuell Mitglied des Landeskaders Baden-Württemberg. Diese Verbindung aus Leistungssport und Business prägt ihre praxisnahe und wirkungsvolle Coachingarbeit.

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