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Sexuelle Gewalt und Belästigung

Sexuelle Belästigungund öffentliche geschlechtliche Handlungen

Im Jahr 2006 wurde 218 des Strafgesetzes erweitert und damit erstmals eine ausdrückliche Bestimmung gegen sexuelle Belästigung geschaffen. Geschützt ist jede Person, die durch eine geschlechtliche Handlung einer anderen Person belästigt wird. Voraussetzung zur strafrechtlichen Verfolgung des Täters ist ein Antrag
der belästigten Person. Strafbar sind außerdem öffentliche geschlechtliche Handlungen, die geeignet sind berechtigtes Ärgernis zu erregen.

Als Übergriff oder sexuelle Belästigung im strafrechtlichen Sinn gilt folgendes: Ungewolltes Betatschen und Berühren wie zum Beispiel den Arm um die Schulter
legen, am Knie berühren oder ähnliches. Als Belästigung gelten auch Herandrängen, taxierende Blicke, sexualisierte Bezeichnungen, gesprochene Anzüglichkeiten sowie Pfiffe. Auch das ungewollte Festhalten, Anstarren oder das Zwingen, die Schlafzimmer- oder Badezimmertür offen zu lassen und sexualisierte Bilder oder Filme sind sexuelle Belästigungen.

Setzen Sie eindeutige Grenzen, wenn Sie belästigt werden. Stellen Sie mit Worten oder Gesten klar: Bis hierher und nicht weiter! Damit signalisieren Sie Stärke
und weisen den Mann in die Schranken. Sagen Sie unmissverständlich, was Sie wollen bzw. nicht wollen; zum Beispiel: Lassen Sie mich sofort in Ruhe! oder
Greifen Sie mich nicht an! Wenn nötig, wiederholen Sie Ihre Forderungen öfters.

Definitionen aus dem Strafgesetz

  • Nötigung 105 StGB
    Mit Gewalt oder Drohungen jemanden zu einer Handlung, zur Duldung oder Unterlassung einer Handlung zwingen.
  • Schwere Nötigung 106 StGB
    Jemandem drohen mit Tod, Verstümmelung, Verunstaltung, Entführung oder mit der Vernichtung der wirtschaftlichen Existenz/der sozialen Stellung; jemanden dadurch in einen qualvollen Zustand versetzen und dadurch zu einer Handlung, zur Duldung oder Unterlassung einer Handlung zwingen.
  • Gefährliche Drohung 107 StGB
    Jemanden gefährlich bedrohen und dadurch in Furcht und Unruhe versetzen.
  • Schwere gefährliche Drohung 107/Abs. 2
    Jemanden mit dem Tod bedrohen, mit Verstümmelung, mit Verunstaltung oder mit Entführung und dadurch über einen längeren Zeitraum hindurch in einen qualvollen Zustand versetzen.
Belästigung in öffentlichen Verkehrsmitteln
Werden Sie in einem öffentlichen Verkehrsmittel belästigt oder begrapscht, reagieren Sie sofort. Machen Sie das Verhalten des Mannes öffentlich. Sagen Sie laut, damit möglichst viele Fahrgäste es hören können: Hände weg! Lassen Sie das sofort bleiben! Damit erregen Sie Aufmerksamkeit und stellen den Belästiger öffentlich bloß. Wenn Sie sehen, dass ein Mädchen oder eine Frau belästigt oder auch sexuell belästigt wird, werden Sie aktiv! Die Betroffene braucht Ihre Unterstützung. Sprechen Sie sie an: Wollen Sie das wirklich? Sagen Sie ihm, dass er das lassen soll. Wenden Sie sich an den Busfahrer/die Busfahrerin und bitten Sie um Hilfe.

Taxierende Blicke

Von Männern angestarrt zu werden, ist wohl eine der häufigsten Formen der Belästigung. Auch wenn Sie Scheu haben: Dulden Sie dieses Verhalten nicht. Sprechen Sie den Mann an oder starren Sie mit bösem Blick zurück. Noch besser ist es, ihm auf den Hals oder die Krawatte zu starren. Das wirkt verunsichernd auf ihn!

Belästigung in Lokalen

Lokale können manchmal auch zu Orten unliebsamer Begegnungen werden. Manche Männer begreifen nicht, dass Frauen und Mädchen, die alleine unterwegs sind, nicht unbedingt Wert auf ihre Annäherungsversuche und ihren Kontakt legen. Vor allem betrunkene Männer lassen sich oft schwer abwimmeln.

TIPPS
  • Stellen Sie klar, dass Sie kein Interesse an einem Gespräch oder an sonstigen Kontakten haben. Wegschauen allein reicht erfahrungsgemäß meistens nicht.
  • Kommt Ihnen ein Gast körperlich zu nahe, lassen Sie sich nicht verdrängen. Verteidigen Sie Ihren Platz durch eine aufrechte Körperhaltung, grenzen Sie Ihren Teil des Tisches mit Aschenbecher oder anderen Gegenständen ab. 
  • Beschweren Sie sich bei der Geschäftsführung des Lokales oder beim Bedienungspersonal. Ersuchen Sie sie, dafür zu sorgen, dass Sie in Ruhe gelassen werden oder der Mann aus dem Lokal gewiesen wird. Wenn Sie befürchten, dass der Belästiger Ihnen nachstellt: Nehmen Sie ein Taxi oder rufen Sie eine Person Ihres Vertrauens an und lassen Sie sich abholen.

Belästigung bei Veranstaltungen
Überlegen und planen Sie bereits vor dem Besuch von Partys, Konzerten, Zeltfesten oder anderen Veranstaltungen, wie und mit wem Sie nach Hause fahren. Lassen Sie sich nicht von anderen Besuchern mitnehmen, die Sie erst auf der Veranstaltung kennen gelernt haben. Sie setzen sich einem unnötigen Risiko aus, denn sobald Sie ins Auto eingestiegen sind, kann der Fahrer eine ganz andere Route wählen Übergriffe finden oft in solchen Situationen statt.

Wenn Sie mit dem eigenen Auto zur Veranstaltung fahren, parken Sie möglichst in der Nähe des Eingangs und nicht auf entlegenen Parkplätzen. Müssen Sie dennoch spät in der Nacht durch eine schlecht beleuchtete, einsame Gegend, lassen Sie sich von Ihren FreundInnen zum Auto begleiten.

Nehmen Sie keine Personen mit, die Sie auf dem Fest kennen gelernt haben. Sie können nicht abschätzen, wie diese sich verhalten, wenn sie mit Ihnen alleine
sind. Bei Veranstaltungen an Orten, wo kein Bus hinfährt, ist es für Frauen, die allein und ohne Auto unterwegs sind, oft das sicherste, sich von einer Vertrauensperson abholen zu lassen. Ansonsten nehmen Sie ein Taxi, das Sie nach Hause oder zumindest zu einer Bahn- oder Busstation bringt.

Belästigung am Telefon
Auch Belästigung oder sexuelle Belästigung am Telefon ist Gewaltausübung. Obszöne Anrufe können Angst und Schrecken auslösen und in regelrechten Terror
ausarten.

Reaktionenund Schutzmöglichkeiten
  • Den Hörer kommentarlos auflegen.
  • Bei wiederholten Anrufen: Trillerpfeife neben das Telefon legen und kräftig in den Hörer pfeifen. Anrufbeantworter anschaffen und einschalten. Diewenigsten anonymen Anrufer gehen das Risiko ein, Obszönitäten auf Band zu sprechen.
  • Eine einfache Methode gibt es bei den digitalen Telefonapparaten hier ist durch die Eingabe einer Tastenkombination ein Anrufen nicht mehr möglich. Sie selbst können jedoch noch jemanden anrufen. Diese Funktion nennt sich Ruhe vor dem Telefon und ist kostenlos.
  • Um Telefonterror vorzubeugen, können Sie auch eine Geheimnummer bei Ihrer Telefongesellschaft beantragen.
  • Falls der Anrufer die Anzeige seiner Nummer unterdrückt, können Sie bei der Telefongesellschaft kostenlos eine Abweisung anonymer Anrufe anfordern. Der Anrufer erhält dann eine Textansage, die ihm mitteilt, dass ein Anruf nur zugestellt wird, wenn er seine Rufnummer anzeigt. Dieser Service ist nur möglich bei Apparaten mit Rufnummernanzeige am Gerät.

    Mehr dazu beim Gratis-Service der Telekom-Austria, Telefon 0800 100 100.

  • Sie können beim Netzbetreiber auch eine so genannte Fangschaltung beantragen. Dies ist jedoch kostenpflichtig und ergibt oft nur die Nummer eines nicht registrierten Wertkartenhandys, sodass der Anrufer nicht ermittelt werden kann. Über einen ausgeforschten Anrufer kann die Fernmeldebehörde wegen missbräuchlicher Verwendung des Telefons eine Verwaltungsstrafe verhängen. Wenn die Anrufe auch eine Nötigung oder gefährliche Drohung enthalten, können Sie diese bei der Polizei anzeigen. Gerichtlich wird eine Überwachung des Telefons nur angeordnet, wenn es sich bei den Anrufen um schwere gefährliche Drohung oder schwere Nötigung handelt.
 Belästigung am Arbeitsplatz
Ein Teamleiter oder Kollege macht wiederholt sexistische Bemerkungen, umfasst seine Kolleginnen bei jeder Gelegenheit an den Hüften und legt bei Besprechungen seine Hand auf den Oberschenkel seiner Sitznachbarin. Das Beispiel zeigt, dass manche Männer Schwierigkeiten haben, zwischen Flirt und sexueller Belästigung zu unterscheiden. Sexuelle Belästigung ist laut österreichischem Gesetz eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts und damit ausdrücklich verboten. Es ist klar definiert, was als sexuelle Belästigung gilt und was nicht. Erlaubt ist nur, was beiden gefällt. Ist das beidseitige Einverständnis nicht vorhanden oder wird es erzwungen, handelt es sich um eine Belästigung unabhängig davon, ob der Belästiger ein Vorgesetzter, ein Kollege oder ein Kunde ist. Als sexuelle Belästigung gelten nicht nur unerwünschte Berührungen oder Kommentare, sondern auch zweideutige Witze oder E-Mails, unerwünschte Geschenke oder Einladungen und das Anbringen von Pin-up-Fotos.

TIPP
  • Stellen Sie klar, dass Zudringlichkeiten, egal ob in Worten oder körperlicher Art, unerwünscht sind. Lachen Sie bei frauenfeindlichen Witzen nicht aus Höflichkeit mit.

Vergewaltigung


Was tun nach einer Vergewaltigung?
Wenn Sie vergewaltigt wurden, ist es ganz wichtig zu wissen: Nicht Sie sind schuld, sondern der Täter. Er ist für sein Tun verantwortlich. Es kommt häufig vor, dass Frauen unmittelbar nach der Vergewaltigung unter Schlafstörungen oder Angst leiden. Behalten Sie den Vorfall nicht für sich. Wenden Sie sich an eine Person,
zu der Sie Vertrauen haben, und suchen Sie Rat und praktische Hilfe bei einer Frauenberatungsstelle.

Wichtig: ärztliche Untersuchung
Lassen Sie örperverletzungen unbedingt sofort ärztlich behandeln und bestätigen. Aber auch wenn Sie keine Beschwerden haben, sollten Sie auf jeden Fall zu einer Ärztin oder einem Arzt gehen und einen HIV-Test und einen Schwangerschaftstest machen lassen. In der gynäkologischen Ambulanz eines Krankenhauses werden auch spezielle Untersuchungen gemacht, die Spuren sicherstellen, zum Beispiel Spermien, Haare und so weiter. Wenn Sie Beweismittel, zum Beispiel Kleidung, Unterwäsche, haben, geben Sie diese in einem trockenen Papiersack der Ambulanz. Die Proben werden an ein gerichtsmedizinisches Labor geschickt und können bei einer späteren Gerichtsverhandlung als Beweismaterial dienen.

Rasch Anzeigen
Wenn Sie Anzeige bei der Polizei erstattet haben oder nach dem Ambulanzbesuch eine Anzeige machen, kostet Sie diese Untersuchung nichts. In allen anderen Fällen wird diese Untersuchung von der Krankenkasse nicht bezahlt. Besprechen Sie eine Anzeige mit Fachfrauen von einer Beratungsstelle oder dem Gewaltschutzzentrum/Interventionsstelle. Um die Tat beweisen zu können, ist allerdings eine rasche Anzeige ratsam. Ist der Täter eine Ihnen unbekannte Person, empfiehlt die Polizei, in jedem Fall Anzeige zu erstatten: zu Ihrem Schutz und dem anderer Frauen.

Sie können bei einer Frau aussagen
Bei der Anzeige haben Sie das Recht, eine Person Ihres Vertrauens, zum Beispiel Freundin oder Mitarbeiterin einer Beratungsstelle, mitzunehmen und werden nach Möglichkeit von einer Frau einvernommen. Vergewaltigung ist ein so genanntes Offizialdelikt, das heißt sobald die Polizei davon erfährt, muss sie ermitteln.

Vergewaltigung ist auch innerhalb einer Ehe oder Lebensgemeinschaft eine strafbare Handlung. Nach der Anzeige bei der Polizei kann die Staatsanwaltschaft Anklage erheben. Als Betroffene treten Sie bei Gericht nicht als Klägerin, sondern als Zeugin auf. Sie können sich dem Prozess jedoch als Privatbeteiligte anschließen. Das ist sehr wichtig, weil Sie dadurch auch Akten lesen und sich durch einen Rechtsanwalt vertreten lassen können in manchen Fällen kostenlos über die Opferschutzorganisation Weißer Ring.

Außerdem haben Sie als Opfer verschiedene Rechte in einem Strafprozess. Sie müssen zum Beispiel bei Anwendung einer schonenden Einvernahme nicht in Anwesenheit des Täters aussagen. Erkundigen Sie sich genau über Ihre Rechte und holen Sie sich psychologische Unterstützung bei den Beraterinnen der Notrufstellen.



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Messe für Frauen online
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