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„Mama, Papa - ihr nervt mich gewaltig!“

Wenn Kinder zu Teenagern werden.
Von Martina Gmeiner

Hat man Kinder im Trotzalter oder in der Pubertät zu Hause, erkundigen sich Freunde und Verwandte oft mit der Frage „Ist es sehr schlimm?“ nach dem Wohlbefinden der Eltern. Aber auch nach dem Gemütszustand der Kinder darf gefragt werden, denn die Zeit des Umbruchs ist für die ganze Familie eine Belastungsprobe.

Erinnern Sie sich noch an Ihre eigene Pubertät? Ein Zustand des Grauens breitet sich da bei den meisten aus. Permanente emotionale Achterbahnfahrten – positive Gefühle meist ausgelöst durch Mitmenschen des anderen Geschlechts, negative durch die nervenden Eltern und das alles gepaart mit fettigen Haaren und Pickeln im Gesicht. Wahrlich kein Zustand der Freude.
Die Zeiten unserer Pubertät sind längst vorbei und jetzt sind unsere Fähigkeiten auf der elterlichen Seite gefragt – jetzt sind wir die nervenden Erwachsenen und wollen doch nichts anderes, als unsere Kinder sicher durch die schwierige Lebensphase des Teenageralters bringen. Was kann man als Elternteil tun, um diese Phase für alle Beteiligten möglichst schonend über die Runden zu bringen?

Mein Kind verändert sich
Die Entwicklung der Jugendlichen und Kinder zu Erwachsenen vollzieht sich auf der körperlichen, der sozialen und der emotionalen Ebene in unterschiedlichen Phasen. Die verschiedenen Entwicklungsschübe verlaufen nicht immer parallel und in festen Rhythmen, sondern unregelmäßig und sprunghaft. So ist es durchaus möglich, dass ein groß gewachsener, im Stimmbruch befindlicher Junge noch wie ein Volksschüler mit Autos spielt oder das pubertierende Mädchen sich morgens stundenlang vor dem Spiegel schminkt und nachmittags mit dem Stofftier schmusend eine Kindersendung im Fernsehprogramm ansieht. Diese Zeit des Umbruchs ist eine Zeit des Ausprobierens und wer eignet sich als Reibungsfläche besser als die eigenen Eltern?
Immer öfter kommt es zu verbalen Auseinandersetzung zwischen Eltern und Kind. Die Jugendlichen befinden sich in einem Dilemma einerseits besteht der Wunsch nach Kontakt, andererseits wollen sie sich abgrenzen. Die zum Teil recht massiven verbalen Attacken den Eltern gegenüber dienen der Abgrenzung, führen aber auch dazu, dass die Jugendlichen ein schlechtes Gewissen bekommen, weil sie wissen, dass die Äußerungen völlig unangemessen sind. Eltern können mit den verbalen Entgleisungen oft nur schwer umgehen und ziehen sich gekränkt und verletzt aus dem Kontakt zurück. Dabei gilt das ablehnende Verhalten der Jugendlichen in der Regel nicht den Eltern als Person, sondern als Vertretern der Erwachsenenwelt.
In der Pubertät brauchen Erwachsene oft ein großes Herz, ein gutes Nervenkostüm und viel innere Sicherheit, um gelassen zu reagieren.

Piercings, Punkfrisur und Provokationen
Ein ganz wesentlicher Aspekt der Jugendlichen ist der Drang nach Freiheit. Die Freiheit sich so kleiden und zu stylen, wie man gerne möchte, der Drang politische, ethische und religiöse Standpunkte mit den Eltern zu diskutieren und bei all dem zu schauen: wie reagieren sie auf mich? Lieben sie mich immer noch mit blauen Haaren und Piercings?
Erwachsene sollten ihren Söhnen und Töchtern mehr und mehr Freiräume zugestehen. Fangen Sie dabei auf Gebieten an, die ihrem Kind wichtig ist, Ihnen selbst aber nicht wirklich wehtun, zum Beispiel mit der Kleidung. Hier Großzügigkeit zu üben zahlt sich aus. Der Heranwachsende fühlt sich dadurch ernst genommen._Um herauszufinden, wer sie sind und was sie wollen, versuchen viele Jugendliche zunächst einmal, sich selbst zu spüren. Äußerlich aufzufallen hilft Ihnen dabei. Es gibt ihnen das Gefühl, wahrnehmbar und vorhanden zu sein.
Die Machtverhältnisse in der Familie verschieben sich immer mehr. Plötzlich sind es nicht mehr die Eltern allein, die sagen, was gemacht wird._Die Jugendlichen erobern sich immer mehr Bereiche, in denen sie alleinw entscheiden oder in denen sie sich vielleicht den Rat der Eltern anhören, aber dann doch dem Tipp des Freundes folgen, der die Idee sich einen Irokesen schneiden zu lassen fabelhaft findet.
Für die Jugendlichen ist es ganz wichtig, dass ihre Eltern nun klare Standpunkte beziehen. Sollte die Meinung der Eltern und der Kinder divergieren macht das nichts. Sie als Elternteil müssen aber die Standpunkte und Meinungen Ihres Kindes ernst nehmen und interessiert darauf reagieren. Als Diskussionspartner sind Sie für Ihr Kind immens wichtig. Im familiären Umfeld kann Ihr Kind neue Rollen ausprobieren und herausfinden, wie auf provokante Meldungen reagiert wird. So lernt es, seinen Diskussionsstil zu ändern, denn das Zuhause ist das Probefeld für die Auseinandersetzungen, die „draußen“ warten.

Was erwartet und braucht mein Kind von mir?
Grundsätzlich braucht ein Kind in der Pubertät all das, was es vorher auch gebraucht hat nur richtig dosiert. Oft glauben wir Erwachsene, dass Teenager für elterliche Zärtlichkeiten schon zu groß sind. Das stimmt nicht, im Gegenteil: Auch große Kinder wünschen sich körperliche Zuneigung. Umarmungen können Wut, Kummer, Niedergeschlagenheit, Stress, Einsamkeit und Angst besiegen. Und zwar in vielen Fällen besser als so manch tief schürfendes Gespräch. Liebe und Zärtlichkeit gehören zu den menschlichen Grundbedürfnissen. Kinder, auch die großen, leiden, wenn ihre Eltern nicht zärtlich sein können.

„Mama, hörst du mir überhaupt zu?“ Es ist kurz vor Ladenschluss, man sucht noch schnell den Kühlschrank durch, um festzustellen, was fürs Frühstück fehlt. Daneben übt ein Kind Gitarre während die 14 jährige Tochter Ihnen erzählt, welche Probleme sie heute mit der Geografie Lehrerin hatte. Sie wissen nicht wo Ihnen der Kopf steht, fühlen sich überfordert und hören nur mit halbem Ohr zu. Ihr Kind fühlt sich, verständlicher Weise, nicht gehört und zieht sich beleidigt zurück. Versuchen Sie in solchen Situationen das Gespräch zu stoppen und dem Kind eine Alternative anzubieten. „Jetzt nicht, bitte reden wir nach dem Abendessen drüber“ ist besser als der Versuch mit halbem Oh zuzuhören. Wenn Sie dann von sich aus nach dem Abendessen auf Ihr Kind zu gehen und das Gespräch wieder aufnehmen fühlt sich Ihr Kind wertgeschätzt.

Auch Teenies brauchen Lob. Ob Groß ob Klein: wir alle freuen uns über Anerkennung. Es tut gut, wenn man aufrichtige Bewunderung und Lob für seine Leistungen erhält. Allerdings sollte man darauf achten, dass das Lob ehrlich gemeint ist. Wer immer nur ein Gleichbleibendes "Das hast du super gemacht" sagt, ist fast genau so schlimm wie jemand, der sein Kind mit Desinteresse straft.
Bleiben Sie authentisch: Wenn Sie die Leistung Ihres Kindes toll finden, dann sagen sie es ihm. Erklären Sie, warum sie auf Ihr Kind stolz sind. „Ich finde es großartig, dass du auf die Matheschularbeit einen Dreier geschrieben hast. Dass du dir die Lerngruppe selbst organisiert hast, beeindruckt mich."

Die Zeit des Ausprobierens: Alkohol, Nikotin und andere Drogen
In der Pubertät lässt der Einfluss der Eltern stark nach und die Freunde werden immer wichtiger. Wird in der Clique gekifft, ist es oft schwer sich dem Gruppendruck zu widersetzen.
Das Selbstbewusstsein und die Konfliktfähigkeit eines Menschen hängen natürlich eng mit den Erfahrungen zusammen, die man als Kind und in der Jugend gemacht hat. Um seine Kinder vor einer Drogenabhängigkeit zu schützen, sollte man damit beginnen, sich selbst darüber klar zu werden, welche Funktionen Alltagsdrogen im eigenen Leben haben. Kinder lernen mehr durch die Haltungen und Taten ihrer Eltern als durch noch so gut gemeinte Worte.
Wenn Sie Ihr Kind vor der Abhängigkeit schützen wollen, machen Sie es stark, fördern sie sein Selbstvertrauen. Ermutigen Sie es zu einer aktiven Freizeitgestaltung, fördern Sie seine Phantasie und Kreativität. Überlegen Sie welche Möglichkeiten es gibt, dass Ihr Kind seine Abenteuer- und Entdeckerlust ausleben kann. Nehmen Sie es ernst, nehmen Sie sich Zeit. Wichtig ist, dass Sie in einer lebendigen Beziehung zu Ihrem Kind bleiben.
Je besser diese Beziehung ist, umso leichter wird es Ihnen auch fallen, Ängste direkt anzusprechen. Eltern fragen oft nach Anzeichen für eine Drogenaghängigkeit, doch alle äußeren Zeichen sind mehrdeutig und der direkte Weg einer Aussprache ist in der Regel der sinnvollste.
Und nicht vergessen: die Pubertät ist eine Phase und in ein paar Jahren lachen Sie mit Ihrem Kind über so manche Teenie-Story, die Sie revue passieren lassen.

Bitte nicht:

  • Versuchen Sie nicht, jugendlicher zu sein als die Teenies. Jugendliche achten „richtige“ Erwachsene mehr als „Berufsjugendliche“. Sie wollen keine 40–jährigen Freunde und Freundinnen.
  • Stellen Sie vernünftige Regeln auf und seien Sie flexibel bei der Einhaltung.
  • Lassen Sie Spielräume.
  • Ermöglichen Sie Jugendlichen, ohne Gesichtsverlust Grenzüberschreitungen und Regelverletzungen wieder zu korrigieren.
  • Stellen Sie Ihr Kind nie bloß, Jugendliche sind ausgesprochen verletzlich.
  • Überhören Sie, was nicht unbedingt angesprochen werden muss.
  • Halten Sie sich zurück mit Ihrer Meinung über Musik, Hobbys, Kleidung und Outfit der Jugendlichen.
  • Drängen Sie sich nicht auf, aber stehen Sie zur Verfügung.
  • Betonen Sie nie (vor allem im Beisein Anderer), dass Sie Phasen mit wenigen Konflikten haben, es könnte von den Jugendlichen als Aufforderung zu neuen Provokationen verstanden werden. Genießen Sie lieber spannungsfreie Phasen, solange sie dauern!
  • Trauen Sie Jugendlichen etwas zu und fordern sie sie.
  • Lassen Sie sich nie an Orten blicken, die Jugendliche für sich reserviert haben (Treffpunkte, Discos ...).
  • Vermeiden Sie ironische Seitenhiebe. Ironie trifft eine verletzliche Seele besonders hart.
Buchtipps:
„Pubertät. Loslassen und Haltgeben“ von Jan-Uwe Rogge, Verlag: Rowohlt, ISBN: 3499609533
„Der Pubertist. Überlebenshandbuch für Eltern“ von Helmut Schümann, Verlag: Rowohlt ISBN: 3499620111
„Die Welt der neuen Kinder. Erziehen im Informationszeitalter“ von Wolfgang Bergmann, Verlag: Walter-Verlag, ISBN: 3530300616

Infos:
www.drogenhilfe.at
In der Broschüre "Sucht" von WienXtra-Jugendinfo finden Sie wichtige Informationen und Service-Stellen zu Sucht, Drogen und Essstörungen. Die Broschüre ist gratis in der Jugendinfo erhältlich oder steht als pdf-Datei zum Downoload auf www.jugendinfo.at

Bei den Österreichischen Kinderfreunden können Sie kostenlos die Broschüre „ALKup2U-Jugend und Alkohol“ bestellen. Telefon: 01-51212980 oder unter www.kinderfreunde.at



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