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FIT FÜRS LEBEN

Medizin populär, Ausgabe Juli 2007

Wie Sport die Persönlichkeit fördert

Regelmäßige körperliche Aktivität stärkt nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Persönlichkeit, fördert den Teamgeist und kann außerdem einen nachhaltigen Glückszustand herbeiführen. Lesen Sie, welche Sportarten dazu besonders geeignet sind.

Von Mag. Wolfgang Bauer

Die gesundheitlichen Vorteile von sportlicher Betätigung können gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, ist Sportmediziner DDr. Martin Burtscher überzeugt. Wir wissen aus zahlreichen Studien, dass körperliche Aktivität zu den effektivsten Maßnahmen der Gesundheitsvorsorge, aber auch zu den besten therapeutischen Möglichkeiten zählt, so der Experte vom Institut für Sportwissenschaft der Universität Innsbruck. Die positiven Auswirkungen stellen sich jedoch nicht nur auf der körperlichen Ebene ein. Gesundheit besteht ja nicht nur in der Abwesenheit von Krankheit. Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert Gesundheit sehr ganzheitlich nämlich als einen Zustand vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens. Wenn also Bewegung und Sport die Gesundheit fördern, dann muss sich das auch auf das geistige und soziale Wohlbefinden auswirken, sagt DDr. Burtscher.

Vertrauen und Selbstvertrauen erklettern

So ist Klettern weit mehr als Kraxeln unter Aufbietung enormer Muskelkraft. Ohne Teamgeist geht in dieser Sportart gar nichts. Geklettert wird ja nicht mit einem Gegner, den man besiegen muss, sondern mit einem Partner, auf den man sich verlassen können muss, sagt MMag. Alexis Zajetz. Der Salzburger Sportwissenschaftler und Psychologe führt seine Klienten in Kletterhallen und Klettergärten, damit sie dort bestimmte Herausforderungen meistern lernen. In solchen Einrichtungen gibt es im Gegensatz zum Klettern in freier Wildbahn keine objektiven Gefahren wie Steinschlag oder Unwetter. Man kann sich praktisch voll und ganz auf die zu bewältigende Aufgabe konzentrieren und ganz nebenbei Selbstwertgefühl und Vertrauen tanken. Man kann beim Klettern die Schwierigkeiten so gering halten, dass selbst Menschen, die von diesem Sport überhaupt keine Ahnung haben, leichte Passagen kraxeln können. Das macht sie stolz über die erbrachte Leistung, das steigert ihr Selbstwertgefühl, so Zajetz.

Vor allem verhaltensauffällige und aggressive Kinder und Jugendliche profitieren von diesem Sport, weshalb Klettern häufig im therapeutischen Programm entsprechender Einrichtungen zu finden ist. Nicht nur, weil man beim Klettern Aggressionen auf sinnvolle Weise ausagieren kann, sondern weil man durch das Höhersteigen Vertrauen lernt und Selbstvertrauen erfährt. Was allein durch die Klettersituation bedingt ist. Denn während die eine Person klettert, muss die zweite Person mit dem Seil sichern. Die vorauskletternde Person erfährt dabei automatisch, sich zur Gänze auf die andere Person verlassen zu können. Die sichernde Person lernt, wie wichtig ihre Aufgabe ist, denn vom Sichern hängt letztlich das Wohlergehen der anderen Person ab. Auf diese Weise kann sich partnerschaftliches Verhalten selbst unter Konkurrenten entwickeln, ist Alexis Zajetz überzeugt.

Teamgeist stärken

Die Tatsache, dass gezielt eingesetzte Aktivitäten vor allem in freier Natur ein Team regelrecht zusammenschweißen können, macht sich etwa das Coaching zu Nutze. Coaching, das man mit Begleitung umschreiben könnte, ist der Sammelbegriff für alle Konzepte, die individuelle Beratung für Beruf und Management in professioneller Form bieten. Dabei lernen die Mitarbeiter einer Firma nicht nur andere Seiten ihrer Kollegen kennen, sondern sie entwickeln auch ein ganz neues Zusammengehörigkeitsgefühl. Arbeitskollegen werden zu einem Team, der neu entstandene Teamgeist ist auch Monate danach noch nachzuweisen, sagt Alexis Zajetz. Freilich braucht man dazu einen erfahrenen Coach, damit der Transfer von den sportlichen Aktivitäten in den Arbeitsalltag gelingt.

Arbeitsklima im Schlauchboot verbessern

Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Firmenleitung engagiert einen Coach, der erreichen soll, dass Mitarbeiter verschiedener Abteilungen besser zusammenarbeiten. Der Coach entwickelt ein spezielles Programm für diese Gruppe, einen Mix aus Gesprächen, Diskussionen und Outdoor-Aktivitäten. Unter anderem sollen die Mitarbeiter in einem Schlauchboot einen Abschnitt eines wilden Flusses bewältigen natürlich unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen. Während der Fahrt erhalten sie vom Coach, der mit an Bord ist, bestimmte Kommandos, damit das Boot auf optimalem Weg die Schlucht passiert, was einigermaßen gut gelingt. Manchmal allerdings gerät das Boot ins Wanken, dreht sich, und die Insassen müssen kräftig paddeln, um es wieder auf Kurs zu bringen.

Nach diesem Abenteuer wird das gemeinsam Erlebte intensiv nachbesprochen, unter der Moderation des Coaches werden vor allem Ähnlichkeiten und Unterschiede zum Arbeitsalltag erarbeitet. Dabei kommt ans Licht, dass sich das Boot deswegen gedreht hat, weil einige mehr gepaddelt haben als andere trotz anders lautender Kommandos. So wird klar, dass Probleme auftauchen können, wenn man nicht optimal harmoniert. Anderen fällt während der Diskussion auf, dass es für das Arbeitsklima in der Firma förderlich wäre, wenn es dort ähnlich klare Anweisungen gäbe wie im Boot. Mit einem Wort: Der Transfer vom Sport in den Arbeitsalltag trägt erste Früchte.

Disziplin statt Aggression

Kampfsportarten wie Judo und Karate sind zur Persönlichkeitsbildung besonders wertvoll. Zu Recht sind sie daher häufig im Angebot des Schulsports anzutreffen. Im Judo beispielsweise will man seinen Kontrahenten zwar besiegen, bringt ihm aber gleichzeitig größtmöglichen Respekt entgegen. Auf gar keinen Fall will man ihn verletzen. Schon vor dem Kampf verneigen sich die Judoka respektvoll voreinander, auf der Matte geht es dann darum, die bessere Technik anzuwenden. Das verlangt, nicht einfach wild darauf loszukämpfen, sondern die Technik des Gegners zu analysieren und ihn nach allen strengen Regeln der Kampfkunst zu Fall zu bringen. Dabei sind mentale Stärke und eine erhebliche Portion Disziplin gefragt. Wer dies vermissen lässt, kann kaum gewinnen.

Sporteln bringt Glück

Sportliche Aktivitäten können ein ganz spezielles Glücksgefühl auslösen, ein lustbetontes Aufgehen in einer Tätigkeit, eine Art Rausch. Der bekannte Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi hat dieses Glücksgefühl Flow-Erlebnis genannt (das englische Wort flow bedeutet dahinfließen, gleiten, strömen). Läufer, Kletterer, Skifahrer und andere Sportler, die ihre Tätigkeit gut beherrschen, berichten häufig davon. Es meint ein Aufgehen in der Tätigkeit, die ohne Anstrengung wie von selbst abläuft. Man ist dabei völlig eins mit sich, ganz selbstvergessen nur mit der Bewegung im Hier und Jetzt beschäftigt, wie ein Kind beim intensiven Spielen. Sorgen oder unangenehme Gedanken bleiben draußen, schildert Dr. Barbara Hotter, Sportwissenschaftlerin an der Universität Innsbruck. Ein Flow-Erlebnis bleibt daher immer positiv in Erinnerung.

Die Krux dabei: Man kann dieses einzigartige Flow-Gefühl nur in den seltensten Fällen bewusst herbeiführen. Vor allem wenn man es krampfhaft sucht, wird es sich schwerlich einstellen. Vielmehr muss man sich davon überraschen lassen. Was aber nach Ansicht von Barbara Hotter auf alle Fälle gilt: Wenn Bewegung und Sport spezifisch und zielgerichtet auf unsere Stimmung und unser Wohlbefinden Einfluss nehmen und sich positiv auf Persönlichkeit und Befindlichkeit auswirken sollen, dann müssen die Tätigkeiten regelmäßig ausgeführt werden. Und mit der richtigen Dosis, die individuell verschieden ist. Nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel davon. Wer sich daran hält, hat gute Chancen, eine ausgeglichenere Persönlichkeit zu werden, im Beruf erfolgreicher und vielleicht sogar ein Stück glücklicher zu sein. Denn das steht fest: Körperliches Wohlbefinden, das beim Sport entsteht, beeinflusst in hohem Maß die psychische Befindlichkeit.

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